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INTERVIEW MIT SCHWARWEL ZU SEINEN NEUEN SCHWEINEVOGEL-PICCOLINO-SHORT NOVELS-HEFTEN

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2010 erschien nach vier Schweinevogel-Comic-Heften das erste dicke „TOTAL-O-RAMA“ und 2012 der zweite, sehr umfangreiche Wälzer „TOTAL-O-RAMA 2“. Beides zusammen vereinte die gesamten Schweinevogel-Abenteuer und -Aktivitäten der vergangenen Jahre. 2015 folgten dann zwei Schweinachtsadventskalendervorlesebücher.
Jetzt veröffentlichst du zur Leipziger Buchmesse 2017 bei Glücklicher Montag gleich zwei Schweinevogel-Piccolo-Heftchen, die ausschließlich die Short Novels enthalten.
Wieso habt ihr euch für genau diese Art der Veröffentlichungen entschieden?

Schwarwel: Weil es mal wieder Zeit wurde, dass Schweinevogel dort etwas erlebt, wo er hergekommen ist: in gedruckter Form.
Sehr viele der Short Novels, die sich in den fünf Jahren seit 2012 angesammelt haben, sind bisher nur mal auf Schweinevogels Facebook-Profil gezeigt worden, aber ganz ehrlich: eine Bildbreite von 1000 Pixeln ist nicht gerade das, was den Charme von Schwei-Schwei ausmacht.
Inzwischen ist Schweinevogel zwar auch wieder in Printmedien wie ab und an in der „Leipziger Zeitung“ oder regelmäßig im Satiremagazin „UN NU?“ und in der Leipziger Straßenzeitung „Kippe“ sowie demnächst im „drunter&drüber“, dem Magazin für Endlichkeitskultur, unterwegs, aber als Eigenbrötler will er auch immer wieder ein eigenes Heft … oder idealerweise gleich zwei.
Das herrlich quere Pikkolo-Format für die Arschtasche hat mich dabei schon immer gereizt, weshalb es sich natürlich für die Strips der Short Novels als perfekt erwies.

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Die Inhalte deiner Short Novels sind doch recht vielfältig: Schweinevogel faulstens auf der Couch – Essen in sich reinstopfend und TV-glotzend, PEGIDA, AfD, Rechtsruck, Rechtspopulismus und die Scheibenerde, das Wetter, ganz normale menschliche Alltagsprobleme wie ein dicker Bauch, Vollverschleierung, Game of Thrones, Facebook oder Gassi gehen …
Wie findest du die Themen für deine Comicstrips oder finden sie dich oder finden sie Schweinevogel?

Schwarwel: Bei Schweinevogel habe ich irgendwann einfach resigniert aufgehört, einem Masterplan folgen zu wollen. Ich habe über die Jahrzehnte immer wieder Versuche gestartet, Schwei-Schwei so formschnittig hinzubekommen, dass wir ihn wie ein inhaltsleeres, aber profitables Maskottchen für alles Mögliche vom Flaschenöffner bis zum Langfilm verwenden könnten, aber irgendwie bin ich damit grandios gescheitert. Schweinevogel macht einfach, was er will – und wenn er nichts machen will, ist das inzwischen auch vollkommen okay für mich.
Wenn ich also am nächsten Strip sitze, greife ich einfach nur ein Schlagwort oder ein Thema auf und dann lasse ich mich von Schweinevogel vom ersten bis zum letzten Panel führen – das Marketing ist ein Desaster, aber das Vergnügen könnte nicht größer sein.

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Welche Abenteuer hat Schweinevogel die letzten Jahre mit seinen Freunden erlebt?

Schwarwel: Das sind ja keine Abenteuer – das ist eher wie Reality-TV oder eher „The Osbournes“. Das spottet jeder Beschreibung. Beim Korrekturlesen habe ich sehr oft herzlich gelacht, weil ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern konnte, was da so alles abgegangen ist. Vielleicht habe ich es auch verdrängt, weil Schweinevogel mit jedem dieser Strips erfolgreich vereitelt hat, dass wir gemeinsam reich und berühmt geworden wären.

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Hat sich in den vielen und letzten Jahren an deiner Figur Schweinevogel etwas verändert?
Wie beschreibst du ihn?

Schwarwel: Als ich die Short Novels für die „piccolos“ so durchgelesen habe, habe ich natürlich immer schmerzhaft bemerkt, wann ich gerade wieder an der Erfolgschraube drehen wollte – diese Dinger sind meist die schwächeren. Und letztlich hatte ich als Autor und Zeichner nie eine Chance gegen Schweinevogels erfrischende Leck-mich-Haltung, die er sehr konsequent zum Ausdruck bringt.
Es ist mir daher auch unmöglich, ihn oder seine Mitstreiter adäquat zu beschreiben, ohne ins Uferlose abzudriften. Wenn ich an den Strips oder anderen Schweinevogel-Sachen sitze, weiß ich exakt, wer was in welchem Duktus sagt und wie die einzelnen Charaktere folgerichtig handeln werden und welche Pointe ich mir gleich abschminken kann, aber das in eine knappe, fesche Pressemitteilung zu bekommen, sehe ich mich einfach nicht in der Lage.

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Wenn du dir in einer vollkommen freien Wünsch-dir-was-Welt als Schweinevogel-Schöpfer und Comic-Zeichner etwas wünschen dürftest: Was wäre das in Bezug auf deine Figur Schweinevogel?
Bspw. wöchentliche Comic-Strips in einem Print- und/oder Online-Medium oder in mehreren, mehr und weitere Schweinevogel-Comics, einen weiteren Schweinevogel-Film, TV-Auftritte, mehr öffentliche gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten im Schweiniversum im Hier und Jetzt …?

Schwarwel: Das Leben mit Schweinevogel ist kein Wunschkonzert – jedenfalls nicht für den Pianisten.
Schweinevogel und Iron Doof gehen gerade auf Zeitreise, um bei unserem Trickfilmprojekt „1989 – Lieder unserer Heimat“ eine von elf Episoden zu bestreiten, die beiden „Short Novel piccolos“ sind am Start, es gibt ein paar Magazine und Zeitschriften, in denen sich Schweinevogel gerade so austobt, wie er es für richtig hält … da halte ich mal schön die Klappe und klimper weiter auf der Tastatur – und dabei einfach mal sehen, was der Abend noch bringt.

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Ist deines Erachtens das Medium Comicstrip ein „aussterbendes Medium”?

Schwarwel: Logisch. Wenn es keine gedruckten Zeitungen mehr gibt, braucht es auch keine Zeitungsstrips mehr. In Deutschland hat sich diese Form der Comics ohnehin genauso wenig verbreitet wie Comics als solches. Das war immer nur ein Randmedium, „etwas für Kinder“ und erwachsene Comicleser gelten gemeinhin als infantile Sonderlinge – dazu reicht ein Besuch am Comicregal in einer Buchhandlung der eigenen Wahl: deprimierend.
„Calvin & Hobbes“ gabs hier immer nur in Albumform und nie als Strip in einer Tageszeitung – geschweige denn in mehreren, wofür so ein Format entwickelt wurde. Die „taz“ ist die einzige Zeitung, die seit Jahrzenhten mit Toms „Touché“ einen fortlaufenden Strip abdruckt. Sowas wie den originalen „Popeye“-Strip von E. C. Segar hat es hier nie gegeben. Da würde ich nicht von „aussterbendem Medium“ sprechen, sondern eher davon, dass das Medium hierzulande bereits bei den Cyanobakterien den evolutionären Schlussstrich gezogen hat – Sachen wie „Strizz“, „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Zuckerfisch“ habens vielleicht mal kurz in die Pantoffeltierchen-Liga geschaft, aber sonst …
Daneben sitzen Kids jetzt an interaktiven iPad-Apps, weil das die neue Form der gleichen Kundenbindung ist, die vor hundert Jahren mit Comicbeilagen in US-Tageszeitungen erreicht werden sollte. Normale Entwicklung, isso.

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Kannst du etwas zur aktuellen Lage der Comicszene sagen? Bist du als Comic-Zeichner und seid ihr als Verlag in dieser noch aktiv?

Schwarwel: Nein, leider kann ich nichts zur aktuellen Lage der Comicszene sagen. Ich bin mir relativ sicher, sie existiert irgendwo da draußen, aber das ist auch schon alles.
Nichtsdestotrotz zeichne ich weiter Comics, Strips und Geschichten mit Schweinevogel oder meine Graphic Novel „Seelenfresser“. Beide Themen werden auch weiterhin bei Glücklicher Montag erscheinen. Das mache ich und das machen wir aus Leidenschaft und in dem Maße, wie wir es uns leisten können, mit unseren Kleinauflagen und durch Crossover-Geschäfte dieses mühsame Tagwerk zu finanzieren. Erlangen als Comic-Treffpunkt im Zweijahres-Takt ist auch schwer in Ordnung, aber ansonsten bin ich da doch eher etwas abgeklärt.
Sicher wäre es toll, wenn alle Welt Comics lesen und lieben würde, weil Comic/Manga neben Film das fantastischste Erzählmedium der Welt ist, aber missionieren muss ich da keinen mehr. Da steck ich meine Energie lieber in den nächsten Schweinevogel-Strip.

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